FAQ
therapeutische Magnetstimulation - Fragen und Antworten zur Therapie mit
repetitiver Magnetstimulation
Synonyme: Magnetische Hirnstimulation, TMS-Therapie
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Wie
sicher kann ich sein, dass meine Erkrankung auf die Therapie mit repetitiver
Magnetstimulation (rTMS/rPMS) anspricht?
Wir prüfen vor der Anwendung, ob bei Ihnen eine Indikation
vorliegt, bei der sich anhand wissenschaftlicher Studien oder nach unserer
Erfahrung ein Therapieeffekt erwarten läßt. Bedenken Sie bei
Ihren Therapieerwartungen die in Medikamentenstudien üblichen Zahlen.
So gilt ein Medikament schon als sehr wirksam, wenn bei jedem 4. bis 6.
Patienten ein zu Placebo unterschiedlicher und klinisch wesentlicher Effekt
nachweisbar war (man spricht dann von einer number needed to treat = NNT
von 4 bis 6). Die Therapie mit repetitiver Magnetstimulation wird in der
Regel bei Patienten angewendet, die auf übliche Therapien nicht ansprechen,
oder diese nicht vertragen haben (beispielsweise Medikamente), also bei
schwierig zu behandlenden Erkrankungen. Bei chronischen Erkrankungen kann
leider für den einzelnen Patienten bei jeder Art von Therapie die
Wirkung nicht garantiert werden.
Ich
bin an der repetitiven Magnetstimulation interessiert, habe aber gehört,
dass die Wirkung nicht bewiesen ist. Sollte man nicht warten, bis diese
in Studien eindeutig nachgewiesen ist?
Im Vergleich zu den anderen nichtmedikamentösen
Therapieverfahren gibt es für die Wirkung der repetitiven Magnetstimulation
methodisch hervorragende Studien, die allerdings meist eine kleine Stichprobengröße
aufweisen. Wer dies kritisiert sollte bedenken, dass hier kein Studien-Sponsoring
durch die pharamzeutische Industrie stattfindet und auch die staatliche
Forschungsförderung nur selten große Therapiestudien bezahlt,
die Millionen kosten. Für ein nichtmedikamentöses Verfahren
erscheint mir die wissenschaftliche Evidenz zur therapeutischen repetitiven
Magnetstimulation individueller Patienten als gut (Evidenzgrad 1b bis
2b je nach Indikation), zumal die Nebenwirkungen vorübergehend und
selten sind.
Ich
möchte die repetitive Magnetstimulation (rTMS/rPMS) an meinem Wohnort
durchführen. Können Sie mir eine Adresse nennen?
Für diese neue Therapieform gibt es leider noch sehr wenige
Therapeuten in Deutschland. An einigen Universitätskliniken wird
rTMS auch therapeutisch angewendet (siehe Links auf unseren Seiten zu
den einzelnen Indikationen), meistens jedoch nur im Rahmen von befristeten
Studien. In Ländern wie Kanada wäre eine Empfehlung leichter,
da es in mehreren Großstädten Therapiezentren gibt. Für
auswärtige Patienten bieten wird die Therapie in unserer Praxis in
kompakter Form an und nennen auf Anfrage gerne Adressen für Unterkünfte
in der Umgebung.
Ich
bin gesetzlich krankenversichert und benötige einen Antrag, damit
meine Kasse die Behandlungskosten übernimmt.
Für Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, hängt
die Genehmigung zur Kostenerstattung vom Gemeinsamen
Bundesausschuss ab, einem zentralen Gremium in Deutschland, der zur
Therapie mit Magnetstimulation bisher nicht Stellung genommen hat. Nach
unserer Kenntnis wird deshalb Ihre Krankenkasse keine Kosten übernehmen.
Für die Therapie mit Magnetstimulation müssen Sie somit das
Honorar im Rahmen einer privatärztlichen Vereinbarung selbst bezahlen.
Einen Kostenvoranschlag schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.
Ich
habe gehört, dass durch reptitive transkranielle Magnetstimulation
(rTMS) ein epileptischer Anfall ausgelöst werden kann. Wie können
Sie die Anwendung einer solchen Methode vertreten?
Dieses Risiko besteht, ist aber seit der Anwendung von Sicherheitsprotokollen
nach den Wassermann-Kriterien extrem gering geworden und wird auf unter
1:10000 Anwendungen eingeschätzt. Dieses Risiko besteht auch bei
vielen alltäglichen Medikamenten oder bspw. bei einer Gesichtsfeldprüfung.
Auch ist weltweit noch nie eine Epilepsie mit wiederholten Anfällen
beschrieben worden, die durch rTMS verursacht wurde. Wenn Anfälle
beschrieben wurden, sind diese unter oder kurz nach der Magnetstimulation
aufgetreten, somit in einer Umgebung mit guter medizinischer Versorgungsmöglichkeit.
Um Anfälle möglichst auszuschließen, wenden wir die rTMS-Therapie
bei Patienten mit bekannter Epilepsie nicht an. Außerdem verwenden
wir bei vielen Indikationen niederfrequente rTMS-Protokolle, für
die sogar eine hemmende Wirkung auf die Anfallshäufigkeit bei Patienten
mit Epilepsie beschrieben wurde.
Können
Sie mir ein Buch oder einen deutschen Artikel zur rTMS/rPMS-Anwendung
nennen?
Leider gibt es für diese Therapien noch keine umfassenden
deutschsprachigen Veröffentlichungen. Die wissenschaftlichen Artikel
liegen fast durchweg in Englisch vor, die wir aus urheberrechtlichen Gründen
meistens nicht zum Download bereitstellen dürfen. Sie finden aktuelle
Links auf unseren Literaturseiten.
Coyright PD Dr. med. Roland Wenzelburger |