PD Dr. med. habil. Roland Wenzelburger
Facharzt für Neurologie
Privatdozent der Christian-Albrechts-Universität

Spezielle Schmerztherapie
Klinische Geriatrie im Gebiet der Neurologie
Anmeldung: Tel 0431 322 125

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FAQ therapeutische Magnetstimulation - Fragen und Antworten zur Therapie mit repetitiver Magnetstimulation
Synonyme: Magnetische Hirnstimulation, TMS-Therapie

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Wie sicher kann ich sein, dass meine Erkrankung auf die Therapie mit repetitiver Magnetstimulation (rTMS/rPMS) anspricht?
Wir prüfen vor der Anwendung, ob bei Ihnen eine Indikation vorliegt, bei der sich anhand wissenschaftlicher Studien oder nach unserer Erfahrung ein Therapieeffekt erwarten läßt. Bedenken Sie bei Ihren Therapieerwartungen die in Medikamentenstudien üblichen Zahlen. So gilt ein Medikament schon als sehr wirksam, wenn bei jedem 4. bis 6. Patienten ein zu Placebo unterschiedlicher und klinisch wesentlicher Effekt nachweisbar war (man spricht dann von einer number needed to treat = NNT von 4 bis 6). Die Therapie mit repetitiver Magnetstimulation wird in der Regel bei Patienten angewendet, die auf übliche Therapien nicht ansprechen, oder diese nicht vertragen haben (beispielsweise Medikamente), also bei schwierig zu behandlenden Erkrankungen. Bei chronischen Erkrankungen kann leider für den einzelnen Patienten bei jeder Art von Therapie die Wirkung nicht garantiert werden.

Ich bin an der repetitiven Magnetstimulation interessiert, habe aber gehört, dass die Wirkung nicht bewiesen ist. Sollte man nicht warten, bis diese in Studien eindeutig nachgewiesen ist?
Im Vergleich zu den anderen nichtmedikamentösen Therapieverfahren gibt es für die Wirkung der repetitiven Magnetstimulation methodisch hervorragende Studien, die allerdings meist eine kleine Stichprobengröße aufweisen. Wer dies kritisiert sollte bedenken, dass hier kein Studien-Sponsoring durch die pharamzeutische Industrie stattfindet und auch die staatliche Forschungsförderung nur selten große Therapiestudien bezahlt, die Millionen kosten. Für ein nichtmedikamentöses Verfahren erscheint mir die wissenschaftliche Evidenz zur therapeutischen repetitiven Magnetstimulation individueller Patienten als gut (Evidenzgrad 1b bis 2b je nach Indikation), zumal die Nebenwirkungen vorübergehend und selten sind.

Ich möchte die repetitive Magnetstimulation (rTMS/rPMS) an meinem Wohnort durchführen. Können Sie mir eine Adresse nennen?
Für diese neue Therapieform gibt es leider noch sehr wenige Therapeuten in Deutschland. An einigen Universitätskliniken wird rTMS auch therapeutisch angewendet (siehe Links auf unseren Seiten zu den einzelnen Indikationen), meistens jedoch nur im Rahmen von befristeten Studien. In Ländern wie Kanada wäre eine Empfehlung leichter, da es in mehreren Großstädten Therapiezentren gibt. Für auswärtige Patienten bieten wird die Therapie in unserer Praxis in kompakter Form an und nennen auf Anfrage gerne Adressen für Unterkünfte in der Umgebung.

Ich bin gesetzlich krankenversichert und benötige einen Antrag, damit meine Kasse die Behandlungskosten übernimmt.
Für Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, hängt die Genehmigung zur Kostenerstattung vom Gemeinsamen Bundesausschuss ab, einem zentralen Gremium in Deutschland, der zur Therapie mit Magnetstimulation bisher nicht Stellung genommen hat. Nach unserer Kenntnis wird deshalb Ihre Krankenkasse keine Kosten übernehmen. Für die Therapie mit Magnetstimulation müssen Sie somit das Honorar im Rahmen einer privatärztlichen Vereinbarung selbst bezahlen. Einen Kostenvoranschlag schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Ich habe gehört, dass durch reptitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ein epileptischer Anfall ausgelöst werden kann. Wie können Sie die Anwendung einer solchen Methode vertreten?
Dieses Risiko besteht, ist aber seit der Anwendung von Sicherheitsprotokollen nach den Wassermann-Kriterien extrem gering geworden und wird auf unter 1:10000 Anwendungen eingeschätzt. Dieses Risiko besteht auch bei vielen alltäglichen Medikamenten oder bspw. bei einer Gesichtsfeldprüfung. Auch ist weltweit noch nie eine Epilepsie mit wiederholten Anfällen beschrieben worden, die durch rTMS verursacht wurde. Wenn Anfälle beschrieben wurden, sind diese unter oder kurz nach der Magnetstimulation aufgetreten, somit in einer Umgebung mit guter medizinischer Versorgungsmöglichkeit. Um Anfälle möglichst auszuschließen, wenden wir die rTMS-Therapie bei Patienten mit bekannter Epilepsie nicht an. Außerdem verwenden wir bei vielen Indikationen niederfrequente rTMS-Protokolle, für die sogar eine hemmende Wirkung auf die Anfallshäufigkeit bei Patienten mit Epilepsie beschrieben wurde.

Können Sie mir ein Buch oder einen deutschen Artikel zur rTMS/rPMS-Anwendung nennen?
Leider gibt es für diese Therapien noch keine umfassenden deutschsprachigen Veröffentlichungen. Die wissenschaftlichen Artikel liegen fast durchweg in Englisch vor, die wir aus urheberrechtlichen Gründen meistens nicht zum Download bereitstellen dürfen. Sie finden aktuelle Links auf unseren Literaturseiten.

Coyright PD Dr. med. Roland Wenzelburger

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Ärztkammer Schleswig-Holstein
Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein
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Berufsordnung für Ärzte: siehe www.arzt.de
Berufsbezeichnung: Arzt. Rechtsform der Praxis: GBR

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